Lustige Körper, witzige Texte – Zu Anthropologie und Medialität des Komischen im 17. Jahrhundert (1580-1730)

4. Jahrestagung vom 20. bis 23. September 2005 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Wassersaal der Orangerie im Erlanger Schlossgarten Tagungsort: Im Wassersaal der Orangerie im Schlossgarten Wasserturmstraße 3 D-91054 Erlangen Kontakt und Anmeldung: Prof. Dr. Dirk Niefanger Dr. Stefanie Arend Institut für Germanistik Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Institut für Germanistik Bismarckstraße 1 D-91054 Erlangen

Der Erforschung frühneuzeitlicher Komik bietet sich ein breites kulturelles Spektrum an Textsorten: Roman, Satire, Flugschriften und nicht zuletzt die Komödie und ihre exklusive Darbietungsform der Wanderbühne bilden für kulturwissenschaftliche Fragestellungen nach der ästhetischen Konzeption von Komik interessante Felder. Sie verweisen darüber hinaus aber auch auf die Lebenswelt der Frühen Neuzeit und ihre variantenreiche mediale Vielfalt der Inszenierung von Komik, das heißt, auf ihre besondere Theatralität.

Die interdisziplinäre Tagung führt international renommierte Wissenschaftler/innen und Nachwissenschaftler/innen aus den Literatur- und Kulturwissenschaften, aus Theologie, Kunst- und Medizingeschichte zusammen, die an Fallstudien zeittypische Momente des Komischen diskutieren. Zu erwarten sind innovative Beiträge, die sich dem Komischen in der Frühen Neuzeit in all seinen Facetten widmen und versprechen, weit über seine topische Festlegung als subversive Gegenwelt zu höfischen und städtischen Ordnungsmustern hinauszugehen und neue Horizonte zu eröffnen.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Tagung ist eine Kooperation des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit der Internationalen Andreas Gryphius-Gesellschaft.


Programm

Dienstag, 20. September 2005

19:00 Uhr
Begrüßung durch den Prorektor der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Eröffnung der Jahrestagung durch den Präsidenten der Internationalen Andreas Gryphius Gesellschaft (iagg)

Dirk Niefanger (Erlangen-Nürnberg):
Zum Ablauf der Fachtagung
Einführung des Abendvortrags

20:00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag:
Ferdinand van Ingen (Amsterdam)
Komik im Roman des 17. Jahrhunderts. Erscheinungsformen und Historizität

POETIK

09:00 Uhr
Nicola Kaminski (Bochum):
Einführung in die Sektion

09:15 Uhr
Stefanie Stockhorst (Augsburg):
Lachen als Nebenwirkung der Barockkomödie. Überlegungen zur Kategorie des Komischen in Poetiken und Dramentexten

10:15 Uhr
Martin Disselkamp (TU Berlin):
Vernichtung des Ridikülen und komische Rekonstruktion – Lachen als Freisetzung von Kritik und Umgangskompetenz bei Christian Thomasius

11:15 Uhr
Kaffeepause

11:30 Uhr
Daniel Fulda (Köln):
Komik des Sichtbarmachens. Zur Medialität des Wandertruppenspiels, mit einer Wendung von der Medialität des Komischen zur Komik als Medium

12:30 Uhr

Mittagspause
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KÖRPER

13:30 Uhr
Dirk Niefanger (Erlangen-Nürnberg):
Einführung in die Sektion

13:45 Uhr
Marie-Thérèse Mourey (Paris):
Körperrhetorik und -semiotik der volkstümlichen Figuren in Komödien von Gryphius und Weise

14:45 Uhr
Misia Doms (Mainz):
Medizinisch-psychologische Aspekte des Verhältnisses von Komik und Geisteskrankheit in erzählenden Texten des 17. Jahrhunderts

15:45 Uhr
Kaffeepause

16:00 Uhr
Uwe Wirth (Zentrum für Literaturforschung, Berlin):
„… habt ihr denn keine Mäuler mehr?“ – Performanz und Komik in Grimmelshausens Simplicissimus

17:00 Uhr
Eberhard Mannack (Kiel):
Zu Grimmelshausens Des Abenteuerlichen Simplicissimi Ewig-währendem Calender

18:00 Uhr
Besuch des Irrhains, den der Pegnesische Blumenorden 1676 in der Nähe Nürnbergs als Versammlungsort anlegen ließ

20:00 Uhr
Empfang der IAGG in der Orangerie

PERFORMANZ

09:00 Uhr
Thomas Borgstedt (Frankfurt a.M.):
Einführung in die Sektion

09:15 Uhr
Ralf Haekel (FU Berlin):
Von Bottom zu Pickelhering – Die Kunst des komischen Schauspiels in Shakespeares A Midsummer Night’s Dream und Gryphius’ Absurda Comica

10:15 Uhr
Silvia Serena Tschopp (Augsburg):
Ehesatire in Flugblättern des 17. Jahrhunderts

11:15 Uhr
Kaffeepause

11:30 Uhr
Peter Rusterholz (Bern):
Fischarts Prolog der „Geschichtklitterung“. Zur Hermeneutik karnevalisierter Schrift

12:30 Uhr
Mittagspause
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GRENZEN

13:30 Uhr
Stefanie Arend (Erlangen-Nürnberg):
Einführung in die Sektion

13:45 Uhr
Jolanta Szafarz (Wrocław/Breslau):
Komische Körper in der Schlesischen Gebrauchsliteratur um 1700

14:45 Uhr
Thorsten Unger (Göttingen/Hannover):
Zoten mit Moral in Lazarus Sandrubs „Historische und poetische Kurzweil“

15:45 Uhr
Kaffeepause

16:00 Uhr
Andrea Wicke (Frankfurt a.M.):
Grenzen des Komischen in Deutschland um 1700

17:00 Uhr
Jörn Steigerwald (Bochum):
Höfliches Lachen. Zur distinguierenden Komik der höfischen Gesellschaft

HETEROTOPIEN

09:00 Uhr
Knut Kiesant (Potsdam):
Einführung in die Sektion

09:15 Uhr
Mirosława Czarnecka (Wrocław/Breslau):
Frauensatire im deutsch-polnischen Vergleich

10:15 Uhr
Volkhard Wels (Berlin/Potsdam):
Theatralität als Medium theologischer Reflexion in der Absurda Comica des Andreas Gryphius

11:15 Uhr
Kaffeepause

11:30 Uhr
Johann Anselm Steiger (Hamburg):
Die Narretei Gottes, der Vernunft und des Glaubens. Zum Lacherfolg der Theologie Luthers und seiner Schüler

12:30 Uhr
Mittagspause

14:00 Uhr
Thomas Borgstedt (Frankfurt/M.):
Einführung in die Sektion

14:15 Uhr
Ralf Georg Bogner (Rostock):
Theorien literarischer Komik und Praxis kritischer Satire. Dialogisch-publizistische Reflexionen und Inszenierungen des Witzes in der frühen deutschsprachigen Literaturkritik um 1700

15:15 Uhr
Michael Scholz-Hänsel (Leipzig):
Die Heiterkeit der Armen auf Bildern des 17. Jahrhunderts

16:30 Uhr
Schlussdiskussion