internationale andreas gryphius-gesellschaft (iagg) e.V.

Engelländisch to and fro! Deutsch-englische Übersetzungskultur der Frühen Neuzeit

Internationale Tagung der internationalen andreas gryphius-gesellschaft an der Universität Augsburg vom 24. bis 26. September 2020  

Veranstalter:
Lehrstuhl für Europäische Kulturgeschichte
SSP 2130: Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit (1450–1800)
Internationale Andreas Gryphius-Gesellschaft (iagg)
Evangelisches Forum Annahof

Organisatoren:
Prof. Dr. Silvia Serena Tschopp (Universität Augsburg)
Prof. Dr. Jörg Wesche (Universität Göttingen)
Dr. Franz Fromholzer (Universität Augsburg)

Veranstaltungsort:
Evangelisches Forum Annahof
Im Annahof 4
86150 Augsburg

Veranstaltungsflyer:
[PDF]

Gefördert durch:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg e.V. (link wird nachgereicht)

Engelländisch to and fro!

Die Aufwertung der Volkssprachen in der Frühen Neuzeit führte zu einer Internationalisierung und Intensivierung der europäischen Übersetzungskultur. Mit Blick auf das bislang unzureichend erforschte deutsch-englische Interaktionsfeld will die Konferenz ausgewählte Personen, Institutionen und Praktiken, die den bemerkenswert dichten Austausch zwischen England und dem Alten Reich prägten, erhellen. Gelehrtennetzwerke, Glaubensflüchtlinge oder reisende Künstler stehen dabei ebenso im Fokus wie der publizistisch-literarische Markt, Handelsgesellschaften und Bildungsstätten oder aber Medien und Modi der Vermittlung sprachlicher und literarischer Normen. Ziel ist es, Antworten zu finden auf Fragen wie: Auf welchen Wegen und in welchen Sprachen erreichten reformatorische Schriften oder Nachrichten aus dem Dreißigjährigen Krieg die Insel?
Welche Netzwerke und Medien ermöglichten umgekehrt die Rezeption einflussreicher politischer Denker wie Bacon oder Hobbes im deutschsprachigen Raum?
Welche Rolle spielten Übersetzungen aus zweiter Hand, etwa dort, wo der kulturelle Transfer über eine dritte Sprache wie das Französische oder Niederländische erfolgte?
Die gewonnenen Erkenntnisse dürften maßgeblich dazu beitragen, das Verhältnis zwischen frühmodernen Übersetzungskulturen und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen besser zu verstehen.


Programm

Donnerstag, 24. September 2020

13:00 Uhr
Begrüßung

Sektion I
Übersetzungspraktiken und -reflexionen
Moderation: Jörg Wesche

13:15 Uhr
Andreas Keller

Mammon und Passion „ins Deutsche versetzet“: Transfer der Sprache und Erhebung der Seele am Beispiel der Parallelübersetzungen Joseph Halls im deutschen Protestantismus

14:00 Uhr
Misia Doms
Die Gestaltung der Musterdialoge in Georg Königs „Kurtzer Wegweiser zur Erlernung der Englischen Sprache“

14:45 Uhr
Kaffeepause

15:00 Uhr
Heinz Eickmans
John Bunyans „Christen Reise“ von London über Amsterdam nach Hamburg: Niederländisch als Intermediärsprache für Übersetzungen aus dem Englischen in der Frühen Neuzeit.

Erich Poppe
John Bunyans „The Pilgrim’s Progress“ in Wales: „Taith neu Siwrnai y Pererin“ (London 1688) und „Taith y Pererin“ (Mwythig/Shrewsbury 1699)

16:00 Uhr
Thomas Borgstedt
„The Isle of Pines“ – Motivationen und Modifikationen der europäischen Übertragungen eines publizistischen Bestsellers

16:45 Uhr
Kaffeepause

17:00 Uhr
Dietmar Till

Übersetzungspraxis und Übersetzungsstrategien im Gottsched-Kreis

18:30 Uhr
Abendvortrag
Nicola Kaminski
(Fehl )Übersetzung, (Miß )Deutung? Was die „Vernünftigen Tadlerinnen“ mit „The Tatler“ anstellen

Sektion II
Gattungen, Medien und Künste
Moderation: Franz Fromholzer

9:00 Uhr
Romain Jobez
Autorschaft und Übersetzung: Gryphius’ „Cardenio und Celinde“ in seinem Verhältnis zu einem verlorenen Drama Shakespeares

9:45 Uhr
Sonja Klimek/Kilian Schindler
Die „ungebundene Freiheit der Poesie“. Milton in Deutschland vor Bodmer und dem Zürich-Leipziger Literaturstreit

10:45 Uhr
Kaffeepause

11:00 Uhr
Joana van de Löcht
Übersetzung des Mediums – Medialität der Übersetzung. Die deutschen Ausgaben der Schriften Jane Leades

12:00 Uhr
Mittagessen

Sektion III
Wissensfelder und Kulturen
Moderation: Silvia Serena Tschopp

13:30 Uhr
Elisabeth Rothmund
Übertragung und Vermittlung politischer Diskurse in höfischer und bürgerlicher Perspektive: die deutschen Übersetzungen von Jakobs I. Fürstenspiegel („Basilikon Doron“, 1603) durch Peter Denaisius und Emanuel Thomson (Speyer 1604; Hamburg, 1604))

14:15 Uhr
Gabriele Ball
Englandrezeption im Netzwerk der Fruchtbringenden Gesellschaft: Margareta Maria von Buwinghausen und Walmerode

15:00 Uhr
Kaffeepause

15:15 Uhr
Maximilian Bergengrün

Die Geister der Politik: Andreas Gryphius’ „Carolus Stuardus“ im deutsch-englischen Kontext.

16:00 Uhr
Tomasz Jabłecki
Christoph Kölers Übersetzung von Joseph Halls „Haeven upon Earth“ (1606). Rezeptionsliteratur im Spannungsverhältnis zwischen christlicher Religion und Neustoizismus (Projektpräsentation)

9:30 Uhr
Dirk Werle
Francis-Bacon-Übertragungen in Deutschland

10:15 Uhr
Stephan Kraft
Auf der Überholspur. Zu den frühen Pocahontas-Berichten in deutscher Sprache

11:00 Uhr
Kaffeepause

Sektion IV
Nachwuchsforum

Moderation: Julia Amslinger/Oliver Bach

11:15 Uhr
Conrad Fischer
Zwischen Historia und Exemplum. Maria Stuart als gespenstische Schwellenfigur in Andreas Gryphius‘ „Carolus Stuardus“ (1657/63)

11:45 Uhr
Sofia Derer
Die Rezeption englischer Erbauungsliteratur in Straßburg zwischen 1625 und 1650

12:15 Uhr
Abschluss der Tagung